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Bonobo

Was sind Bonobos?

bonobos_chimpanzees Wenn Sie wissen, was ein Bonobo ist, oder gar einen Bonobo von einem Schimpansen unterscheiden können, sind Sie eine wirkliche Ausnahmeerscheinung.

Nur wenige wissen, dass wir außer dem Schimpansen einen ebenso nahen Verwandten haben: Genau wie Schimpansen haben Bonobos zu 98,7% dasselbe Erbgut wie wir. Schimpansen und Bonobos sehen einander zwar sehr ähnlich, doch bei genauer Betrachtung fallen einige Unterschiede auf: Der Körperbau der Bonobos ist zartgliedriger. Sie haben rosafarbene Lippen, und ihre schwarzen Gesichter sind umrahmt von langem schwarzen Haar mit einem aparten Mittelscheitel. Die beiden größten Zehen sind bei Bonobos etwas miteinander verwachsen. Im Vergleich mit den tiefen, lauten Stimmen der Schimpansen klingen die Stimmen der Bonobos eher hoch. Stillende Bonobomütter entwickeln Brüste, die aussehen wie die menschlicher Mütter.

Make Love Not War!

Je näher man die Bonobos kennen lernt, umso mehr erkennt man, dass zwischen ihnen und den Schimpansen kaum größere Unterschiede existieren könnten. Schimpansen liegen ständig miteinander im Krieg, ebenso wie Menschen. Die Männchen dominieren, und ihre Auseinandersetzungen sind oft sehr gewalttätig. Manchmal töten sie sich sogar gegenseitig.

Bonobos töten einander nicht. Die Weibchen dominieren die Gruppen, und es scheint ihnen zu gelingen, sämtliche Temperamentsausbrüche durch sexuelle Aktivitäten in friedliche Bahnen zu lenken. Gleichgültig wie alt jemand ist, ob männlich oder weiblich – wenn man als Bonobo geboren ist, spielt Sex eine bedeutende Rolle im täglichen, friedfertigen Zusammenleben.

Warum sind Bonobos so gefährdet?

Photo: Bonobos werden oft zu Opfern des grausamen bushmeat-Handels. Schlingen und Fallen verursachen oft schlimme Verletzungen.
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Erinnern Sie sich an Ihren letzten Besuch in einem Fußballstadion mit 50.000 oder vielleicht sogar 100.000 Plätzen! Selbst wenn Sie alle Bonobos der Welt in dieses Stadion lockten, wären längst nicht alle Plätze besetzt. Bonobos sind die seltenste und zugleich die am meisten gefährdete Spezies der vier Menschenaffenarten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass unsere nächsten Verwandten noch in unserer Generation aussterben werden.

Die genauesten Schätzungen der im Kongo lebenden Bonobos bewegen sich zwischen 5.000 und 50.000 Individuen. Sie alle leben in der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Obwohl der gesamte Bestand freilebender Bonobos ausschließlich in einem einzigen Staat beheimatet ist, sind Bonobos dennoch von denselben Problemen betroffen, denen auch ihre anderen afrikanischen Verwandten ausgesetzt sind: der unaufhaltsame Verlust und die schrittweise Zerstückelung ihres natürlichen Lebensraums und damit einhergehend der Verlust von Wandermöglichkeiten zwischen den verschiedenen Habitats und die zunehmende Dezimierung durch die Jagd und den Handel mit bushmeat. Viele Bonobobabys werden als Haustiere oder Spielzeuge verkauft, oder für Zauberpraktiken ‚verwendet’.

2003 endete in der Demokratischen Republik Kongo ein jahrzehntelanger Krieg, in dessen Verlauf schätzungsweise mehr als vier Millionen Menschen ihr Leben verloren, mehr als in jeder anderen kriegerischen Auseinandersetzung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die politisch instabilen Verhältnisse im Kongo haben es praktisch unmöglich gemacht, das Verhalten der Bonobos wissenschaftlich zu beobachten, ihren Lebensraum genauer zu lokalisieren oder ihre genaue Zahl zu bestimmen. Nun, da endlich Friede einzukehren scheint, wird der Verlauf des nächsten Jahrzehnts darüber entscheiden, ob die Bonobos eine Überlebenschance haben.