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Naturschutz durch Bildung
Unser Motto ist ‚Naturschutz durch Bildung’, und wir haben verschiedene Projekte, mit deren Hilfe die Bonobos des Reservats die Herzen jedes Kongolesen erobern können, der sie einmal besucht hat.
Das Kongobecken ist ein Dschungelgebiet, das beinahe viermal so groß ist wie Deutschland. Kein anderes afrikanisches Land verfügt über ein derart gewaltiges Gebiet, das als Lebensraum für Bonobos oder ihre ebenso gefährdeten Verwandten, Schimpansen und Gorillas, geeignet ist. Obwohl wir alle, die internationale Gemeinschaft, alles tun müssen, was in unserer Macht steht, um diesen kostbaren Regenwald zu schützen, sind es letztendlich doch die Kongolesen selbst, in deren Hand sein künftiges Schicksal liegt.
Vor Lola ya Bonobo gab es im Kongo keinen einzigen Ort, an dem Kinder oder Erwachsene Bonobos besuchen oder ein Bewusstsein dafür entwickeln konnten, wie wichtig es ist, das Naturerbe ihrer Heimat zu retten und zu bewahren. Die Bonobos in Lola ya Bonobo sind Botschafter zwischen ihrer Welt und unserer, indem sie Tausenden ganz normaler Kongolesen die Möglichkeit geben, genau das von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen, was sie möglicherweise bald verlieren – wenn nicht ein kleines Wunder geschieht!
Bildungsarbeit im Reservat
Obwohl das Reservat Besucher aller Altersstufen empfängt, sind die Kinder, die uns besuchen, unser wichtigstes Zielpublikum. Viele Kinder besuchen das Reservat mit ihren Familien. Diejenigen, denen diese Möglichkeit fehlt, erreicht das Reservat mit seinen 39 Freundschaftsclubs, jede an einer anderen Schule in Kinshasa. Immer wieder werden ganze Schulklassen vom Reservat eingeladen. Die Freundschaftsclubs wurden ins Leben gerufen, um zur Freundschaft mit Tieren aufzurufen und die Clubmitglieder zu motivieren, mitzuhelfen, die artgerechte Lebensweise und den Lebensraum der Tiere zu bewahren. Dies erreichen wir durch regelmäßige Besuche unserer Bildungsbeauftragten in den Schulen und die Bildungsarbeit unter den Besuchern im Reservat.
Wenn die Kinder im Reservat eintreffen, werden sie sofort von einem Mitarbeiter unseres Bildungsprogramms begrüßt. Er oder sie führt sie in unser Schulungszentrum, wo sie das Wichtigste über das Leben der Bonobos erfahren, über die Gefahr, die der Handel mit bushmeat bedeutet, und über die Möglichkeiten, die sie selbst nutzen können, um Bonobos und die ganze Tier- und Pflanzenwelt des Kongo zu schützen.
Damit die Kinder erkennen, wie ähnlich Bonobos uns sind, zeigen wir ihnen ein kurzes Video, in dem der bekannte Bonobo Kanzi mit der Primatenforscherin Sue Savage-Rumbaugh zusammenarbeitet und dabei alle möglichen hochkomplexen Aufgaben löst. Dann informieren wir sie über den verbotenen Handel mit bushmeat. Direkt nach dieser beindruckenden virtuellen Begegnung mit Kanzi begeben sich die Kinder auf eine geführte Tour entlang der 2,5km langen Besucherstrecke durch das Reservat und begegnen dabei live unseren Bonobos, die an den Teichufern spielen oder einander Verfolgungsjagden über die Baumwipfel liefern, so wie sie das in der Wildnis tun. Meistens sagen anschließend Kinder und Erwachsene, dass ihnen nun erst bewusst geworden ist, wie ähnlich Bonobos und Menschen einander sind.
Die Botschaft kommt an
Vor jedem Besuch einer Schulklasse besucht einer unserer
Bildungsbeauftragten die Schule mit einem Beamer und einem Laptop, um die
Schüler mit einer Bilddokumentation möglichst umfassend auf ihren baldigen
Besuch im Reservat vorzubereiten.
In den vergangenen Jahren haben wir uns bemüht, die Übermittlungsstrategien unserer Botschaft zum Schutz der Bonobos und ihres Lebensraums kontinuierlich zu verbessern, indem wir unter unseren Gäste jeweils vor und nach ihrem Besuch bei uns Umfragen durchführten. Durch die Umfrageergebnisse erfuhren wir, dass die Kinder unsere Botschaft über den Schutz der Bonobos am besten verstehen und im Gedächtnis behalten können, wenn sie damit bereits einige Tage vor ihrem Besuch im Reservat im Schulunterricht vertraut gemacht werden – anscheinend ist die Aufregung über all das Neue im Reservat zu groß und verhindert die Aufnahme weiterer Eindrücke – es ist einfach zu überwältigend!
Vor jedem Reservatsbesuch sucht einer der Mitarbeiter unseres Bildungsprogramms die entsprechende Schule mit einem Beamer und einem Laptop auf, um mit einem Vortrag mit vielen Fotos die Kinder auf den bevorstehenden Besuch im Reservat vorzubereiten. Dank dieser Einführungsveranstaltung und des eigentlichen Besuchs bei den Bonobos im Reservat lernen die Kinder von Kinshasa, wie außerordentlich wichtig es ist, diesen einzigartigen, ausschließlich und zu 100% kongolesischen Menschenaffen zu schützen. Darum glauben wir, dass Lola ya Bonobo auch für die freilebenden Bonobos wichtig ist. Nur hier können die Bürger des Kongo und besonders die jungen Generation unsere Bonobo-Botschafter kennen zu lernen. Nur ihnen verdanken wir es, wenn sich unsere Besucher ganz fest dazu entschließen, die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Kongo mit allen Kräften zu schützen und zu erhalten.
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