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Das Reservat

LOLA YA BONOBO – Die Geschichte

Claudine André

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Claudine Andre

Nichts hat Claudine Andre auf ihre Rolle als Beschützerin der Bonobos vorbereitet. „Meine erste Schule war der Wald“, erzählt sie. „In den Kongo kam ich mit meinem Vater, der Tierarzt war. Er begrüßte diese Reise als eine Gelegenheit für mich, die Harmonie mit der Natur zu entdecken, das Gleichgewicht zwischen Erde, Mensch und Tier.“

Claudines große Liebe galt Vulkanen, afrikanischer Kunst, und schließlich ihrem Mann Victor. Sie war Geschäftsführerin einer Nobelboutique, stets auf der Suche nach außergewöhnlichen Kunstobjekten, und erzog nebenbei ihre fünf Kinder. Schließlich überstand sie auch den mörderischen Bürgerkrieg und die Zerstörung, unter denen die DRC in den 1990er Jahren zu leiden hatte.

1993 änderte ein Bonobobaby Claudines Leben für immer. Im Zoo von Kinshasa, wo Claudine zu dieser Zeit ehrenamtlich arbeitete, traf sie Mikeno. Seine Überlebenschancen waren äußerst gering. Aber Claudine entschloss sich, Mikeno um jeden Preis zu retten. Und dies war der Beginn eines Abenteuers, das auch heute noch fortdauert.

Nach Mikeno folgten andere Bonobos. Und es wurden immer mehr. 2002 wurde vor den Toren von Kinshasa das bislang einzige Bonobo-Reservat der Welt gegründet. Die Arbeit Claudines und ihres phantastischen Teams erstreckt sich weit über ihr Reservat hinaus auf fast alle Landstriche des Kongo.

Warum brauchen wir Reservate?

Rehabilitation – Erziehung – Auswilderung

Zwar ist es gesetzlich verboten, Bonobos zu verkaufen. Doch ohne das Reservat gäbe es keine Möglichkeit, dieses Gesetz auch durchzusetzen. Tatsächlich gibt es einen schwunghaften Handel mit Bonobos, die als Haustiere in Europa, USA und dem Nahen und Mittleren Osten verkauft werden. Während Bonobo-Mütter und ganze Bonobogruppen wegen ihres Fleisches getötet werden, kann ein Bonobobaby auf dem Schwarzmarkt bis zu 60.000 Dollar einbringen.

Wenn Bonobos von der Polizei beschlagnahmt werden, benötigt diese einen Ort, an dem sie die Tiere unterbringen kann, andernfalls müssten sie getötet oder in Käfige gesteckt werden. Mit dem Reservat gibt es nicht nur einen Ort, an dem die geretteten Bonobowaisen ein normales Leben führen können. Es besteht auch die Hoffnung, dass einige von ihnen später wieder ausgewildert werden können.

Reservate leisten Bildungsarbeit für die lokale Bevölkerung, die Hauptverbraucher von bushmeat in Gestalt von Bonobofleisch. Wenn Reservate die Bevölkerung davon überzeugen können, wie selten, wie gefährdet und wie wunderbar Bonobos sind, wird die Nachfrage nach bushmeat mit der Zeit sinken. Im Kongo gibt es nur wenige Bildungsprogramme, die das Thema Umweltschutz aufgreifen. Reservate liegen of in unmittelbarer Nähe der Großstädte und können einen sehr starken Einfluss auf die Bildungssituation nehmen.

 


Was passiert, wenn Bonobos im Reservat ankommen?

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Ein Bonobobaby am Leben zu erhalten ist eine echte Herausforderung – um eine ganze Bonobo-Kinderstation bei guter Gesundheit zu erhalten, braucht man tagtägliche Wunder!
Wenn auf den Straßen von Kinshasa ein Bonobobaby gefunden wird, das zum Verkauf steht, ein verwaistes Opfer des bushmeat-Geschäfts, fordert Lola ya Bonobo die Inspektoren des Umweltministeriums der DR Kongo auf, die Bonobowaise zu beschlagnahmen, entsprechend der Internationalen Konvention über den Handel mit gefährdeten Arten (CITES) und dem kongolesischen Gesetz zur Beschlagnahmung seltener Tierarten. Das Ministerium beschlagnahmt den kleinen Bonobo und schickt ihn zu Lola ya Bonobo zur Rehabilitation.

Diese beginnt mit sofortiger medizinischer Diagnostik und gegebenenfalls Therapie. Der Zustand der Babys ist bei ihrer Ankunft oft kritisch, viele haben Atemwegsinfektionen, Parasitenbefall oder Hautkrankheiten. Bonobos sind äußerst empfindlich, und ihr Überleben kann nur durch konsequente und sofortige Behandlung ihrer Krankheiten gesichert werden, ob sicher diagnostiziert oder nur vermutet. Außer dem wissenschaftlichen Leiter des Reservats, der die medizinischen Behandlung der Bonobos vornimmt, haben wir eine in Vollzeit tätige Krankenschwester.

Doch nicht nur die körperliche, medizinische Behandlung der Bonobowaisen ist entscheidend. Die Neuankömmlinge sind oft schwer traumatisiert, und wir haben schon mehr als eines dieser Waisenkinder verloren, das der psychische Belastung erlag. Um dies zu verhindern, werden die Bonobobabys sofort einer menschlichen Ersatzmutter übergeben, die ihnen all die Liebe und Selbstsicherheit zu geben versucht, die sie zum Überleben brauchen. Lola ya Bonobo beschäftigt vier Ersatzmütter, die sich um die Babys in der Kinderstation kümmern.

Im Alter von fünf oder sechs Jahren haben die Bonobokinder ihre Gesundheit und ihr Selbstvertrauen soweit wiedererlangt, dass wir sie in eine Gruppe von jugendlichen und erwachsenen Bonobos integrieren können.

 

Die Ernährung der Bonobos

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... besteht aus über zehn Tonnen Obst und Gemüse jeden Monat!

In Lola ya Bonobo besteht der Speiseplan der Bonobos vor allem aus Früchten und Gemüsen (Bananen, Avocados oder Zuckerrohr) und zusatzlicher Proteinzufuhr in Gestalt von Milch, Soja, Jogurt und gekochten Eiern.

Dieses Menu ersetzt die eiweißreichen Pflanzen, die in den Primärwäldern des Kongo heimisch sind und von denen sich die freilebenden Bonobos ernähren, denn in der Umgebung von Kinshasa sind diese Pflanzen weder heimisch noch käuflich erhältlich

Ein Bonobo isst über 6,5 Kilo Obst und Gemüse am Tag. Obwohl der Speiseplan natürlich jahreszeitlich bedingt wechselt, sieht das tägliche Menu eines Bonobo etwa so aus:

1 kg Zuckerrohr
10 Bananen
1 kleine Flasche Sojamilch
2 kg Gemüse (Kohl, Süßkartoffelblätter, Gurken, Mais etc.)
1,1 kg Papaya
1 kg anderes saisonales Obst
200g Erdnüsse

Außerdem bekommen die Bonobos jeden zweiten Tag ein gekochtes Ei jeden dritten Tag etwas Jogurt. Die Babys bekommen eine besondere Kost, die vor allem aus Milch und Obst besteht. Auch schwangere Bonobomütter oder Kranke bekommen Extrarationen, meistens Avocados, Zwiebeln, Bananen, aber auch Milch für die Kleinen. Seit 2004 bekommen einige der Weibchen Zusatznahrung, die ihr Fell schöner werden lässt.
Diese Lebensmittel kosten für einen Bonobo allein 100 Dollar im Monat.

Alles Obst und Gemüse kaufen wir auf den regionalen Märkten in der Umgebung des Reservats.